Donnerstag, 05.06.2008, 14:46
Finnley ist 1 Jahr, 7 Monate alt
3 Jahre, 3 Monate bis zu Jaspers Geburt
Ich krieg die Krise!
„Heute spiele ich ihn kaputt“, dachte ich gestern morgen. So kaputt, dass er abends todmüde ins Bett fallen wird. Um 8:30 Uhr hatte Finnley schon seinen wöchentlichen Termin in der Musikschule, danach war spielen und laufen üben im Garten angesagt. Darauf folgte ein Mittagsschlaf, den ich um 15 Uhr zu beenden versuchte. Und um 15:10 Uhr. Und 15:30, 15:35, 15:45. Um kurz vor vier war der kleine Mann endlich (halbwegs) wach.
Auf zum großen Spaziergang, allerdings ohne Boller- oder Kinderwagen, sondern zu Fuß. Schließlich sollte er abends müde und willenlos ins Bett fallen. So dackelte Finnley also an meiner Hand neben mir her, zupfte hier ein Blatt aus der Hecke, pflückte da einen Getreidestengel, klopfte begeistert gegen Telefon-Kästen, trat mit seinen Füßen Steine durch die Gegend und verschnaufte zwischendurch ein wenig an einem Gartentor oder einer Mauer. Ich war begeistert, wie lange er durchhielt, ich habe die Strecke mit Google Earth nachgemessen: 0,7 Kilometer!
Dann war aber im wahrsten Sinne Ende im Gelände: Finnley ließ sich auf die Knie fallen und konnte nicht mehr. Hab ich Dich! Natürlich musste ich ihn den ganzen Weg zurücktragen, allerdings ohne das übliche „Ich will RUNTER“-Gezappel. Er sah sich ganz verträumt die Umgebung an und er gähnte! Ja, ich hab' Dich soweit!
Zuhause gab es Abendessen im Garten und Finnley war kaum satt zu bekommen. Herrlich, heute wird er früh schlafen! Endlich mal abends Zeit für uns! Nachdem er sich noch eine ganze Schale Heidelbeeren mit beide Händen in den Mund gestopft hatte, war endlich Schlafenszeit. Frohlock!
Pustekuchen! Schon in der Nähe seines Bettes gingen die Protestschreie los. Und sie hielten an. Im Bett, freilaufendkrabbelnd im Kinderzimmer, im Wohnzimmer, auf dem Arm, sogar vor dem Fernseher. Ein Keks konnte ihn während des Kauvorgangs vom Schreien abhalten, welches direkt im Abgang aber wieder einsetzte. Ich krieg die Krise!
Wenn es ein „normales“ Schreien wäre, aber nein. Ein durchdringendes, aggressives, nervtötendes, mürbemachendes, unnötiges Rumgenöle in der Lautstärke eines startenden Düsenjets, dem man 120 Katzen an die Flügel gebunden hat!
Um mich selbst von meinem teuflischen Plan abzuhalten, ihm ein Rotwein-Baldrian-Gemisch intravenös zu verabreichen, packte ich ihn ins Auto und fuhr mit ihm 20 Minuten durch die nahegelegenen Wälder. Bingo. Eingeschlafen. Aber leider beim Erreichen der Haustür aufgewacht. Ich könnte kotzen…! Trotzdem, ab ins Bett. Geschrei. Also was für die Zahnarztinnung tun und noch einen Keks reichen. Dabei schlief er dann endlich ein. Und ich habe mich nicht getraut, ihm nochmal die Zähne zu putzen, schließlich war es schon wieder 22:45 Uhr. Fix und alle.









Vielleicht das nächste Mal 1 Kilometer?
Huhu, ich wollte euch mal eine email schicken wegen der Schaufensterpuppe, aber ich finde keine emailadresse. Schreibt mich doch mal an, vielen Dank!! LG
Oh je, schaurig-schöner Tag - kennen wir leider auch bestens...
Immer dran denken: Es ist nur eine Phase, es ist nur eine Phase...