Dienstag, 10.06.2008, 14:14
Finnley ist 1 Jahr, 7 Monate alt
3 Jahre, 3 Monate bis zu Jaspers Geburt
Einkaufen mit Finnley
Einkaufen ist zu viel gesagt. Eigentlich wollten wir nur ein paar Pakete bei der Postagentur in unserem Famila-Markt abgeben, aber nun waren wir schon mal da. Da wollte ich wenigstens noch unseren Vorrat an Küchenpapier aufstocken.
Aber ich habe den großen Fehler begangen, mal in der Spielzeugabteilung zu schauen, was es so gibt. „Auwo, Auwo, Auwo!“ Jawoll, ganz viele Autos. (Sogar ein richtig geiler, riesiger DHL-Truck.) Finnley, obwohl im Einkaufswagen, versuchte die Kartons mit den Autos aus den Regalen zu ziehen. Davon konnte ich ihn zwar abhalten, dafür war das Geschrei groß. Richtig groß. Also haben wir jetzt ein Tatütata mehr im Haushalt. An der Kasse war er aber nicht gewillt, das Teil auch nur für ein paar Minuten wieder wegzugeben. Riesengeschrei. Also habe ich ihn auf den Boden gestellt und ihn an der Kassenbegrenzung langdackeln lassen. Deren Ende war schnell erreicht und Finnley latschte quer durch die Eingangshalle. Einmal habe ich ihn zurückgeholt, während des Bezahlens hatte er dann aber mit einem zweiten Fluchtversuch bereits den Sparkassenschalter erreicht.
Die beiden Mädels waren entzückt von dem kleinen Mann. „Der ist ja sooo süß!” „Ja, und so freundlich.“ „Der hat so richtig ein Gesicht für die Werbung.“ „Haben wir nicht irgendwas da für ihn?“ Darauf spurtete die eine ins Lager und kam mit einer Trinkflasche zurück, worauf ich aber dankend ablehnte (wir haben von den Dingern wirklich schon genug). Nachdem Finnley noch mit einer Oma am Geldautomaten rumgeflirtet hatte, wollte ich ihn mal langsam Richtung Ausgang bugsieren. Gegen Protest konnte ich ihn noch von der Bäckerauslage fernhalten, an den Kindereinkaufswagen mit eingebauten Autos kamen wir aber nicht vorbei. Er versuchte, in so ein Ding hineinzuklettern, was ihm aber nicht gelang. Schon ging das Theater wieder los. Also die Einkäufe umgeladen, ihn hinters Lenkrad verfrachtet und eine Runde durch die Eingangshalle gedreht. Das war wahrscheinlich ein Fehler, denn er war derartig angefixt, dass er nach dem Herauszerren aus dem Ding gar nicht mehr zu beruhigen war. Mit dem schreienden Kind unter mitleidigen Blicken zum Auto, das zuckende und schäumende Bündel samt neuem Tatütata im Kindersitz verzurrt. Tür zu. Ruhe.
Beim Zurückbringen des Einkaufswagens komme ich am DHL-Wagen vorbei, an dem unser netter Paketbote steht. Da ich nicht wusste, ob er mich bei den vielen Kunden erkennt, habe ich erstmal nicht gegrüßt. Das hat er dann übernommen: „Hallo, Herr Kaiser!“. Beeindruckend. Auf dem Rückweg zum Auto habe ich ihn dann (eher als Floskel) gefragt, ob er schon seine Runde durch Quickborn-Heide gemacht hat. „Nein, die mache ich jetzt, aber für sie ist leider kein Paket dabei.“ „Das wissen sie einfach so?“ „Ja. Das sehe ich schon beim Aufladen.“
Faszinierend.
Die Zeit von 11 bis 13 Uhr war der Horror. Finnley schwankte zwischen hysterischem Lachen und hysterischem Schreien. Und er spielte so aufgedreht mit seinem neuen Polizeiauto, dass an Schlaf nicht zu denken war. Ins Bett rein, wieder aus dem Bett raus, hin und her, keine Chance. Zuletzt half eine (fast leere) Tüte mit Russisch Brot, die ich im Bett verstaute. Aus irgendeinem Grund wollte er plötzlich unbedingt ins Bett. Ich habe ihn ein wenig zappeln lassen und dann seinen flehenden Blicken nachgegeben. Du willst ins Bett? Kein Problem. Nach ein wenig Rumgeknusper fiel er endlich in tiefen Schlaf. Puuuh.
Ja, das aufregende Leben eines elternzeitenden Hausmannes. Mal sehen, was da heute NOCH alles so kommt.









Da kommen auf jeden Fall noch eine ganze Menge mehr Autos!
Entweder Ihr bestellt zu viel mit DHL oder der Zuständigkeitsbereich Eures DHL-Mannes ist sehr, sehr klein. Oder beides.