Mittwoch, 15.10.2008, 22:32
Finnley ist 1 Jahr, 11 Monate alt
2 Jahre, 11 Monate bis zu Jaspers Geburt
Nicht schon wieder!
Ich hatte ja schon gehört, dass Kinder ab und zu versuchen das antrainierte Einschlafverhalten in Frage zu stellen und erneut herausfinden wollen, wie konsequent ihre Eltern sind. Ich habe nur nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht.
Schon gestern ließ Finnley den Revoluzzer raushängen. Normalerweise heißt auf die Mini-Anlage zeigen und „an“ sagen: Mach die Musik an. Wenn die Musik bereits läuft, heißt „an“: Mach den Eisbärsong an. (Süß: immer wenn im Lied das Wort „Eisbär“ vorkommt, ruft Finnley „EITA!“.) Diesmal tat er allerdings alles dafür, seine Wünsche unerfüllbar zu machen. Mal zeigt er hierhin, mal dahin, mal sagte er „an“, mal „auf“. Da ich leider kein Hellseher bin, wurde er recht unzufrieden, nölte erst noch, brach dann aber irgendwann in markerschütterndes Weinen aus. Natürlich pünktlich zum Beginn von Dr. House. Damit hat er uns an einem gaaaanz wunden Punkt erwischt und sich so einen Fernsehabend erpokert. Schließlich konnte es ja daran liegen, dass Yvonne diese Woche Spätschicht hat und ich ihn seit längerem wieder allein ins Bett gebracht habe. Armer Kerl.
Heute ging das Spiel wieder von vorne los. Allerdings ohne mich. Ich kann ja auch bockig sein. Wer erstmal im Bett drin ist, bleibt da auch drin und hat gefälligst zu pennen! Jeder Beruhigungsversuch mit Musik, Vorlesen oder Bücher zeigen bewirkte eher das Gegenteil. Nach einem Tag ohne Pause (Monsieur pflegte heute seinen Mittagsschlaf zu verweigern) hatte ich echt - keinen - Bock mehr. (Grüße an den Wortteufel, deren Tag heute ähnlich, aber auch ganz anders verlief…
)
Also ließ ich das schreiende Kind allein und rief Yvonne bei der Arbeit an, um zu fragen wie furchtbar IHR Tag denn bis jetzt so gewesen ist. Und siehe da: während des Telefonats wurde es im Kinderzimmer ruhiger. Sogar ganz ruhig. Der muss ja schon eingeschlafen sein, sooo ruhig. Ein Blick ins Kinderzimmer überzeugte mich vom Gegenteil: schon ging das Gebrüll wieder los. Kurzerhand zog ich mich wieder zurück und entzog dem kleinen Terroristen damit sein Anbrüllopfer: schon kehrte wieder Ruhe ein. Vielleicht wollte er mir auch nur sagen: „Verzieh dich, ich brauch’ keinen, der mir beim Einschlafen zusieht.“
Zehn Minuten später war er eingeschlafen. Die Runde geht an mich!









Wir haben es schon nicht leicht, gell?
(Wenigstens schreit der Wortteufelmann nicht so laut wie Finnley. Und er schläft auch schon von ganz allein ein.)
Du hast es viiiieeeeel leichter. Ich mache hier nebenbei auch noch Webdesign und -programmierung und Yvonne braucht auch ewig zum Einschlafen. Aber wenigstens brüllt sie dabei nicht rum…
Du meine Güte! Du Ärmster!
(Sag mal, wie ist eigentlich Dein Tages- bzw. Projektsatz?)
Das Projekt Finnley ist unbezahlbar. Im doppelten Wortsinn.
Wer hatte das Problem nicht...irgendwie. Habt Ihr bei der Schreiorgie mal auf die Uhr geschaut, wie lang ein paar Minuten sind? Wir hatten uns manchmal erschreckt, wie schnell wir uns als Rabeneltern fühlten.
Och, über die Rabenelternphase bin ich schon drüber weg. Wenn Finnley für eine neue Schreiattacke Luft holt, muss ich mir das Lachen teilweise echt verkneifen. Ich will ihn schließlich nicht auslachen. Aber lustig ist es teilweise schon…
Wenn das Geschrei zum Protestsong mutiert, bin ich da auch etwas abgehärteter. Aber sonst bricht mir das innerhalb weniger Sekunden das Herz und ich fühle mich unglaublich schlecht und rabenmütterlich!
Michael hatte ja bereits beschrieben, wie sehr Finnley auf die Eisbärnummer abfährt. Die besagte CD stammt aus der Musikschule, zu der Finnley Mittwochs immer in Begleitung von Michael geht. Bei der Eisbärnummer wird eigentlich nur erzählt und nicht gesun