Montag, 24.11.2008, 22:31
Finnley ist 2 Jahre, 1 Monat alt
2 Jahre, 9 Monate bis zu Jaspers Geburt
Berlin, Tag 1
Mit dem ICE waren wir Freitag ruckzuck in Berlin. Die Fahrt dauerte nicht einmal 2 Stunden. Wir haben als erstes unsere Hackenporsche im Hotel geparkt. Das Motel One besticht durch Minimalismus. Das Auschecken erfolgt durch einen gezielten Wurf der Magnetkarte in einen Plexiglasbehälter, der auf dem Tresen steht. Da es weder Minibar noch Pay-TV gibt, gibt es auch keine offenen Rechnungen, denn bezahlt wird beim Einchecken. Die Einrichtung hat mich sehr angesprochen, durch die doppelten Fenster war es sehr ruhig und auch das Frühstück war gut.
Da wir ziemlich planlos nach Berlin gefahren waren, sollte unser erstes Ziel ein Café sein, in dem wir gemütlich unseren Sightseeing-Plan ausarbeiten konnten. Was bot sich da mehr an, als Cynthia einen Besuch abzustatten? Zufällig passierten wir auf dem Weg die Hackeschen Höfe (sehr empfehlenswert!) und fanden den tollen Ampelmann-Shop. Hier habe ich für Michael einen Blechkalender, für Finnley zwei Reflektoren und für mich zwei Keksausstechformen erworben. Einfach kultig!
Bei Cynthia angekommen, habe ich mit Mama Schwaner telefoniert, die gleich diesen lustigen Aufruf in ihrem Blog startete. Meine Jungs haben mich natürlich auch via Webcam im Café beobachten können.
Während wir uns dort verwöhnen ließen (alles war enorm lecker, egal ob süß oder salzig, seeeehr empfehlenswert), nahmen wir uns viel vor, sehr viel. Ein Tipp von Mama Schwaner war das DDR-Museum und dieses sollte dann unsere nächste Station werden. Im Übrigen war es ar...kalt in Berlin und wir sind extrem viel zu Fuß gegangen. Mein lieber Scholli! So auch jetzt. Wir latschten vom Alexanderplatz bis zum Museum an der Spree.
Das DDR-Museum ist eine liebevoll gestaltete Ausstellung, die viele Seiten der DDR und den Alltag ihrer ehemaligen Bürger (teilweise bis ins Intimste) beleuchtet. Und auch wenn ich bei vielen Dingen schmunzeln musste, so musste ich genau so häufig schlucken.
Richtig betroffen gemacht hat mich eine Postkarte im Shop die ich leider nicht gekauft habe. Auf ihr sind zwei Mütter zu sehen, die ihre Babys über den Stacheldraht heben, damit diese sich noch ein letztes Mal berühren können.
Unser Fußmarsch durch die Eiseskälte führte uns durch Unter den Linden bis zum Brandenburger Tor. Das wiederum hatte ich mir wesentlich größer vorgestellt. Wir waren fast die Einzigen dort, aber es war auch schon recht spät und sehr, sehr kalt.
Die letzte Station für heute sollte das Stelenfeld des Holocaust Denkmal sein. Im ersten Moment könnte man meinen, hier hätte einfach jemand ein paar Betonklötze hindrapiert. Das ganze Ausmaß der Symbolik (die es offiziell eigentlich gar nicht geben soll), wird einem erst bewusst, wenn man sich inmitten der Installation befindet.
Es braucht nur wenige Schritte, um sich klein und ohnmächtig zu fühlen. Dadurch, dass Gefälle und höher werdende Stelen zusammen wirken, sind es tatsächlich nur wenige Meter, die einen von einem totalen Überblick über das gesamte Feld zu einer bedrückenden Enge mit dem Gefühl des Verlorenseins führen. Wir sind im Dunkeln und allein durch dieses Stelenfeld geschritten. Die Betonklötze lassen einen sofort an Gräber denken. Dass diese weder beschriftet noch verziert, sondern einfach grau und glatt sind, ließ mich daran denken, wie viele ermordete Menschen namenlos verscharrt oder als Asche irgendwo verstreut wurden und von wie vielen Menschen das Schicksal bis heute ungewiss ist. Den Besuch vom Ort der Informationen, also die eigentliche Ausstellung haben wir uns für den folgenden Tag vorgenommen.
Ein langer eindrucksvoller Tag lag hinter uns und nun mussten wir Rast machen. Die Füße schmerzten und die Kälte war uns durch die Poren bis auf die Knochen gezogen. Wir hatten Hunger! Spontan äusserte ich den Wunsch nach indischem Essen und alle stimmten zu. Ein Kollege von uns kennt sich bestens in Berlin aus und hatte auch gleich einen Restaurantvorschlag im Ärmel. Zum Glück durften wir mit der Bahn fahren! Zufällig lag auf der Bahnstrecke noch das KaDeWe, das ich als einzige Frau an Bord natürlich unbedingt sehen musste!
Sehr beeindruckend war die fulminante Weihnachtsdeko gleich am Eingang. Da das Kaufhaus bald schloss, verteilten wir uns je nach Guck- oder Shoppingwunsch. Mich verschlug es in die Kinderabteilung, angelockt durch die Auslagen in einem der Schaufenster. So doll war es dann aber nicht und ich muss Frau Wortteufel recht geben, es war enttäuschend. Aber die Weihnachtsdeko...
Nach dem Glimmerrausch hatten wir uns unser Essen redlich verdient! Wir fuhren mit der Bahn weiter ins Amrit. Eine gute Entscheidung! Dort war es warm, sehr warm, lecker und der Service war trotz überfüllter Hütte sehr gut. Mit vollen Bäuchen und gut durchgewärmt beendeten wir diesen Tag in der Hotellobby bei einem Glas Wein und sehr schweren Augen...
Teil 2 von Berlin gibt es voraussichtlich morgen, denn jetzt kommt gleich Dexter!































Schee
Danke!
Ja, das DDR-Museum hatten wir auch das letzte Mal auf der Liste. War schon lustig und spannend. Wobei wir davor schon die Museumsinsel einen Tag lang unsicher gemacht hatten.
Und diese Lauferei kenn ich nur zu gut in Berlin *seufz*
Das Amrit klingt auch gut. Adressen sind notiert.
Bin gespannt auf Teil 2
Der kommt wohl frühestens morgen, der Teil 2. Hier ist das Krötchen krank und Michael ist auch am Ende. Versuche hier noch ein wenig zu schaffen und dann ist der Tag auch schon vorbei. Aber Tag 2 war mindestens genau so spannend
Hui, das sind tolle Bilder, Yvonne
Ich würde mich auh zu gern mal vor das Brandenburger Tor stellen, ich kenne es nur aus dem Fernsehen und kann mir gar nicht vorstellen, wie groß es wohl sein mag.
Berlin ist schon klasse
heul, das Amrit war mein Leib- und Mageninder
ich krieg "Heimweh"!
Neeee, Du bist Berlinerin? Oder hast Du da länger gelebt?
neee, keine Berlinerin, aber ich war ein paar Jahre Wahlberlinerin und habe es geliebt...bis mich dann die Liebe an den Bodensee verschlagen hat...