Vier Kaisers

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Yvonne

Mittwoch, 26.11.2008, 22:36

2 Kommentare

Finnley ist 2 Jahre, 1 Monat alt

2 Jahre, 9 Monate bis zu Jaspers Geburt

Berlin, Tag 2 oder von 10 bis 10

6 für 6 MillionenUm 10 Uhr morgens gingen wir noch einmal zum Holocaust Denkmal. Der Ort der Informationen nimmt das Stelenfeld, unter dem es sich befindet, sehr beeindruckend in seine Konzeption wieder auf. Es gibt vier Räume: Den Raum der Dimensionen, den Raum der Familien, den Raum der Namen und den Raum der Orte. Wir haben eine Audio-Tour gemacht, was sehr empfehlenswert ist. Durch die Kopfhörer ist man ein wenig von den anderen Besuchern abgeschirmt und das ist bei dieser Ausstellung manchmal bitter nötig.

In meinem Hals hatte sich ein Kloß gebildet, von dem ich mir teilweise wünschte, er würde mir die Luft zum Atmen nehmen. Ich hatte das unmittelbare Bedürfnis büßen zu wollen. In meinem Kopf sind Bilder entstanden, die ich lieber verdrängen würde. Auch wenn wir nicht vergessen dürfen, kann ich mit diesen Bildern nicht tagtäglich leben und bin dankbar für das bisschen Abstand, das ich inzwischen habe. Wer diese Ausstellung besuchen möchte, sollte für sich viel Zeit und Ruhe einplanen.

es kann sich wiederholen Stelenfeld

Im Anschluss wollten wir eigentlich zu Madame Tussaud. Dort sind wir auch hingefahren, aber es gab zum Glück eine lange Schlage vor der Tür und wir wollten nicht so lange anstehen. Ich hätte diese Ausstellung auch nicht ertragen können direkt nach dem Besuch des Holocaust Denkmal. Mir war erst einmal danach, wieder zurück in die gegenwärtige Welt zu kommen.

VW-HausWir gingen weiter Unter den Linden zum VW-Haus. Dort gibt es ein Café und viele, viele Autos. Die Autos haben mich selbst nicht wirklich interessiert, dafür aber der Kaffee umso mehr. Für Finnley wäre es das Paradies gewesen, vor allem weil es dort sehr viele Modellautos gab. Mitgebracht habe ich ihm aber letztendlich ein Konkurrenzmodell, naja sozusagen zumindest.

Auf dem Weg dorthin haben wir ein Schild zu einem Fundusverkauf gesehen und nun outete sich nicht nur Schäfchen mit seinem Interesse, sondern auch noch zwei weitere Kollegen und ich natürlich ebenfalls.

In einem unrestaurierten, riesigen Haus im Jugendstil waren allerhand Kuriositäten zusammen getragen worden. Allerdings waren die Exponate auch sehr hochpreisig. Meiner Meinung nach nicht gerade berechtigt, aber interessant war es allemal durch die Räumlichkeiten zu wandern und all die Dinge anzuschauen.

Fundusverkauf roarrrr! GedönsDSCF6819.JPG

Wir fuhren nach Prenzlauer Berg. Hier wollte ich mich mit Mama Schwaner treffen. Wir suchten nach dem Café November und fanden erstmal Tausche Taschen. Fatal! Ich als Taschenfreak in diesem Laden!

Deckel für Tausche Taschen

Ich erinnerte mich sofort an den Deckel, den Suse gestaltet hat und fand ihn auch gleich. Ich war hin- und hergerissen und entschloss mich dann doch keine Tasche zu kaufen. Dafür kaufte mein Ex-Chef für seine Frau eine mit 2 Deckeln.

Wir fanden dann auch das Café und kurz darauf traf ich zum ersten Mal Mama Schwaner, live in Farbe und mit Oskar. Auch wenn es nur ein kurzes Treffen war, kann ich sagen, dass Rieke genauso nett und sympathisch ist, wie sie in ihrem Blog rüberkommt. Ich würde mich über eine Wiederholung von längerer Dauer jedenfalls sehr freuen. Tja und dann entschied sich mein Chef einen von den Taschendeckeln wieder umtauschen zu wollen und da war es dann um mich geschehen! Die Forscherin musste mitkommen. Die Idee ist einfach klasse und es gibt so viele schöne Deckel...

Nun fuhren wir noch einmal zu Madame Tussaud und haben viele Prominente getroffen.

Günter Boris Herb JoNicole Robby George Franka

Besonders interessant fand ich vor allem die Geschichte von Madame Tussaud.

Als wir wieder Unter den Linden herumspazierten, fand ich mein Traumauto. Wer dieses Blog liest, weiß, dass ich Toile de Jouy liebe! Die Sitze sind vielleicht etwas unbequem auf Dauer, aber ich finde die Idee von Peugeot sehr schön.

Fesches Auto Peugeot

Stöffchen

Da mein Chef noch einmal zum Ampelmann-Shop musste „Ich will auch so einen Kalender haben!”, durchquerten wir noch einmal die Hakeschen Höfe, tranken noch flugs etwas bei Cynthia und suchten uns dann ein Restaurant. Ich wollte Tapas, mein Chef wollte italienisch (den anderen war es egal) und wir bekamen beides!

Im Oranium gibt es sowohl Pizza als auch Tapas. Und ich kann Euch sagen, diese Tapas sind eine Offenbarung! Auf meinen Tellern fand sich folgendes: Marinierter Schafskäse mit rotem Pfeffer, Rosmarinkartoffeln *winkzuMoritzMama*, gegrilltes Lammfilet auf Rosmarinjus *nochmalwink*, Hähnchenfilet mit Erbeeren und Chilisauce, Großgarnelen im Knuspermantel. Da läuft mir gerade wieder das Wasser im Mund zusammen... Um 22 Uhr waren wir wieder im Hotel. Zwölf Stunden auf Achse! Da reichte mir in der Lobby ein Wasser als Absacker. Der Tag war sehr heftig und ich war froh, als ich in meinem Zimmer etwas Ruhe fand.

Zu Tag 3 gibt es auch noch einen kleinen Beitrag.

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Kommentare
Kommentar von Rosa am 26.11.08 um 23:17 Uhr

Menno, Yvonne, das ist voll fies. Mein Intellekt schläft heute schon, ich hab also die Reisebeschreibung überflogen ... naja nicht ganz ... dann las ich Deine Speisen. Oh, jetzt hab ich wieder Hunger. Uffza.

Naja, also überflogen hab ich nicht Deine Eindrücke des Holocaust Denkmals. Ich glaube, da kann ich Deinen Kloß im Hals bestens nachvollziehen. Mein mütterlicher Großvater war ja sozusagen einer der wirklich ausführenden Täter. Als Oberamtsarzt hat er Zwangssterilisationen und -kastrationen angeordnet, bei denen auch ein Großteil der Opfer zufällig verstarb. Ich kann noch heute nicht durch die Stadt gehen, in der mein Großvater "wirkte", ohne dass es mir sehr beklommen wird. Ich weiß, dss meine Mutter lange Zeit in Therapie war, weil sie mit eben diesem Tätertum nicht zurecht kam.

Und ich kann so gut verstehen, dass Du dann auch wieder eine Prise Gegenwart brauchtest. Ich denke immer, dass es wichtig ist, sich über Vergangenes zu informieren, damit man wachsam bleibt, dass es eben doch nie wieder geschieht. Aber ebenso wichtig ist es, dass man sich ein Leben aufbaut, in dem man gerne lebt, in dem man nicht neidisch ist auf andere, denn das ist ein Teil des Garants, das es nie wieder geschieht. Ein reines schlechtes Gewissen ist da eher hinderlich.

Aber ich will hier gar nicht so viel über Politik sülzen, eigentlich wollt ich nur kurze Grüße dalassen, das ist misslungen :-)

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Kommentar von Yvonne am 27.11.08 um 19:58 Uhr

Danke für Deinen Kommentar und Deine Offenheit. Es ist furchtbar, wenn man mit seiner eigenen Familiengeschichte wissentlich davon betroffen ist. Ich denke viele wissen gar nicht ob und wie ihre Familie beteiligt war.

Ich verliere immer wieder den Glauben an die Menschheit, wenn ich mit diesen Greueltaten konfrontiert werde. Es fällt mir schwer wieder in der Gegenwart anzukommen. Wenn ich dann daran denke, über welche Nichtigkeiten man sich manchmal aufregt.

Man sollte wirklich genießen, was man hat und sich am Leben freuen. Wenn man dann noch das Herz für andere öffnet und gern auch mal etwas an Menschen abgibt, denen es nicht so gut geht, ist man schon auf einem guten Weg, denke ich.

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Hallo Lisa, das kann ich gern mal tun, wenn es hier ruhiger geworden ist. Momentan schaffe ich es kaum die Wäsche in die Maschine zu stopfen oder andere banale Tätigkeiten. Ich muss das Ding erstmal raus suchen, es kann also etwas dauern. Viele Grüße, Yvonne
Lisa zu Tür 11 · WollumwickelBlumenherstelldingens
So, 20.05.2012 12:14
23Hallo, ich such schon verzweifelt nach einer Anleitung für dieses Gerät. Wären sie so freundlich mir die Anleitung abzufotografieren und mit zu Mailen? Das wärw wirklicßh sehr freundlich. :-) LG Lisa