Freitag, 17.04.2009, 12:50
Finnley ist 2 Jahre, 5 Monate alt
2 Jahre, 5 Monate bis zu Jaspers Geburt
Schock am Morgen
Es ist 9 Uhr morgens. Finnley geht gleich zur Spielgruppe in den Kindergarten, ich will ihm noch schnell ein Brot schmieren und seine Tasche packen. Während dessen spielt er in der ersten Etage in seinem Zimmer, ich lasse auf seinen Wunsch aber das Gitter vom Kinderzimmer auf. Kein Problem, die Türen von Schlafzimmer und Bad sind ja zu. Um ihn vor Unheil zu bewahren, schließe ich auch die Absperrungen zur Treppe.
Als ich wieder raufkomme ist das Kinderzimmer leer. „Finnley?“ Keine Antwort. Ich schaue ins Schlafzimmer, Türen bekommt er ja inzwischen mit Mühe auf und er liebt es, meinen Nachtschrank umzusortieren. Aber da ist er auch nicht. Dann kann er ja nur im Bad sein. Ich will die Tür zum Bad öffnen - geht nicht. Häh? „Finnley?“ Keine Antwort. Scheiße. Langsam begreife ich überhaupt, dass Finnley sich eingeschlossen hat. Kacke. Immerhin höre ich von innen Geraschel. „Finnley, dreh mal den Schlüssel rum. Du hast die Tür abgeschlossen.“ Gottseidank, Finnley kommt zur Tür und fingert am Schlüssel rum. Leider schafft er es nicht, den Schlüssel zu drehen.
Gerade war ich noch ruhig, aber so langsam steigt mein Adrenalin-Pegel. Mal überlegen: Einer unserer Nachbarn hat eine lange Leiter. Mit der könnte man von außen am Fenster… Quatsch. Erstens wohnt der gar nicht mehr hier, zweitens ist das Fenster zu. Bevor ich die Scheibe einschlage, kann ich auch die Tür eintreten. Mit der hohen Wahrscheinlichkeit, Finnley dabei zu verletzen. Mist. Schlosser anrufen? Es kann Stunden dauern, bis der da ist.
Ich brauche jetzt jemanden, mit dem ich die Möglichkeiten durchgehen kann. Verbal. Die Nachbarn! Deren Autos habe ich vor zehn Minuten noch auf dem Parkplatz gesehen, die sind also zuhause. Als ich unten ankomme, sind die Autos weg. Shit.
Was würde jetzt ein Schlosser machen? Das Schloss ausbauen. Leider habe ich keine Ahnung wie das geht. Hätte ich mal was anständiges gelernt. Finnley hat wohl inzwischen gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt und ruft „raus!“. Witzbold. Mit einem Schraubenzieher entferne ich die Beschläge und finde dahinter Schrauben. Ok. Was passiert, wenn ich die rausdrehe? Fällt dann die eine Hälfte des Schlosses im Bad runter und ich verbaue mir jede Möglichkeit, das Schloss noch aufzubekommen? Moment, da gab es doch den alten Trick den Schlüssel nach innen zu schubsen und mit einem Stück Papier nach außen zu befördern. Dafür ist der Schlitz unter der Tür aber nicht hoch genug. Kann ich den Schlüssel vielleicht irgendwie von außen drehen?
Das ist es. Ich hole eine Zange und versuche, den Schlüssel an der Spitze zu greifen und zu drehen. Endlich. Die Tür ist auf.
Finnley war die ganze Zeit ganz ruhig, ist jetzt aber wohl durch den Klang meiner Stimme und meinen Gesichtsausdruck etwas beunruhigt, will auf den Arm und sich ganz fest drücken lassen. Puuuuuuh.
Wir haben es sogar noch rechtzeitig zum Kindergarten geschafft. Und jetzt, nachdem Kabel Deutschland den Internethauptschalter wieder umgelegt hat und ich diesen Beitrag endlich hochladen kann, ist mein Adrenalinpegel immer noch höher als normal…









Ach Du meine Güte.. mir ist letztes Jahr was ähnliches passiert. Mein Sohn hat hinter mir die Terassentür zugehauen und den Griff runtergemacht. Ging nix mehr.. da war er erst 1.5 Jahre alt.. mir ging die Düse, ich hab sogar die Feuerwehr angerufen. Nach 20 Minuten kam mir die Idee, an der Haustür zu klingeln, denn Laurin konnte seit exakt 2 Wochen die Tür öffnen, was er dann auch gemacht hat.. zum Glück hatte ich nicht abgeschlossen, was ich eigentlich immer gemacht habe, seit er mir mal abgehauen war, als er das erste Mal die Tür allein aufgemacht hat...
Wird nicht das letzte Mal sein! Seitdem nehme ich die Schlüssel immer aus dem SChloß und lege sie oben auf den Türrahmen.
Lieben Gruss und einen Kaffee zur Beruhigung!
Corinna
Hauptsache, dass alles gut gegangen ist
Erstaunlich auch, dass Finnley so ruhig dabei blieb. Dein Adrenalinpegel wäre sicher weitaus höher gestiegen, wenn du auf der andren Seite der Tür ein völlig aufgelöstes, heulendes bis panisches kleines Kerlchen gehabt hättest... Glück im Unglück also 
Puh, zum Glück alles gut gegangen. Mein Bruder hat als Kind mal meine Mutter IM Bad eingeschlossen. Natürlich waren die zwei alleine im Haus. Mit Engelszungen konnte sie ihn nach ner Stunde zum Aufschließen überreden...
Uih, das ist ja noch mal gut gegangen. Gut, dass Finnley keine Panik bekommen hat. Und vermutlich liegen die Schlüssel ab sofort immer außer Kinderreichweite, oder?
Ach du liebes Bisschen!
Ich kann deine Aufregung sehr gut verstehen, ähnliche Gedankengänge wären mir wohl auch durch den Kopf gegangen.
Zum Glück ist alles nochmal gut gegangen.... durchatmen!!!
oh sowas kenne ich, allerdings als aus kindersicht.
ich hatte mich in unserer dresdner altbaujungendstilvilla auch eingeschlossen, aber bei den alten flügeltüren war wohl nichts zu machen. zum glück hatten wir die maler im oder besser gesagt am haus. also stieg meine mama aufs geländer und schlug eine scheibe ein. ich habe wohl noch ziemlich lange jedem der es wissen und auch nicht wissen wollte erzählt "boom hats gemacht und dann kam die mama!"
gut, dass alles so gut ausgegangen ist... vielleicht besser ein besetzt schild und keinen schlüssel im bad
Ach Du jeh! Ich glaub gar nicht, dass ich so ruhig geblieben wäre wie Du! Ich dachte gar nicht, dass die Jungs so früh damit anfangen, sich im Badezimmer einzuschließen *g*
Hoffentlich habt Ihr Euch vom Schreck gut erholt ...
ich weiß nicht, ob ich so ruhig geblieben wäre
wir schließen das klo immer von außen ab, damit erst gar keins der kinder rein kommt
zumindest nicht alleine. nur wenn besuch da ist, kommt der schlüssel nach innen.
Hier sind jetzt alle Schlüssel abgezogen und liegen ausser Finnleys Reichweite. Dafür kommt aber der Besuch noch an den Schlüssel des Gästeklos (so für alle Fälle)