Montag, 24.09.2007, 11:25
Finnley ist 11 Monate, 1 Tag alt
3 Jahre, 11 Monate bis zu Jaspers Geburt
Mallorca · das Haus
Für alle, die viel Platz brauchen im Urlaub und das ein oder andere Manko nicht so sehr stört, ist die Finca Campo Allegre (Google Maps/Google Earth) optimal. Wir haben den großen (alten) Teil gemietet, zu dem man auch noch den kleinen (neuen) Teil hinzumieten kann.
In unserem Teil befanden sich 3 Schlafzimmer. Eins davon mit 2 Einzelbetten, die man zusammenschieben kann und zwei Zimmer mit Doppelbetten. Für Finnley stand ein gebräuchliches Kinderreisebett bereit. Wer das Zimmer rechts vom Bad abgreift, muss mit einem leicht muffigen Geruch klarkommen. Links vom Bad müffelt das Zimmer nicht, hat aber leider keine Schubladen, um etwas unterzubringen. Wer dieses Zimmer nimmt, sollte im Vorfeld dafür sorgen nur Kleidung für Kleiderbügel mitzubringen. Bleibt noch das Zimmer neben der Eingangstür, in dem ein Trimmrad für Liliputaner steht. Das ist für alle geeignet, die entweder noch nicht ausgewachsen sind oder aber die 1,50-Metergrenze nicht überschritten haben und sportliche Inhouse-Ambitionen haben. Alle Zimmer muten mit ihrer Möblierung etwas museal an, was aber auch seinen Charme hat.
Der Wohn-Essbereich ist riesig und mit schön kühlem Steinboden ausgestattet. Leider führte das dazu, dass Finnley mangels Winterbekleidung entweder im Kinderwagen oder auf irgendeinem Schoß saß (so wird das aber auch nix mit dem Krabbeln...).
Denn ein durchgeschwitztes Baby auf einem arschkalten Boden rumwälzen zu lassen, haben wir uns nur ganz selten getraut.
Die Küche ist relativ klein, bietet aber bis auf Wasserkocher und Mikrowelle (blöd für jemanden, der ein Baby zu versorgen hat) alles, was man neben dem Üblichen sonst braucht: Kühl-Gefrier-Kombi statt einfach Kühlschrank, Kaffeemaschine, Toaster, Spülmaschine (seeehr wichtig!) und ordentliche Weingläser. Das mit dem Warmwasser könnte allerdings noch optimiert werden, denn wenn man das Wasser erst 5 Minuten laufen lassen muss, bis was Warmes kommt, muss man sich schon mal der Frage nach dem Klima-Gau stellen. Das Wasser an sich scheint übrigens ungenießbar zu sein. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass Finnley zuerst seinen Milchbrei (mit abgekochtem Leitungswasser angerührt) und sein Trinkwasser verweigerte, um dann in der 2. Nacht ein Fress-Sauf-Still-Attacke zu starten, die sich gewaschen hat. Wir ignoranten Erwachsenen waren nach einer kurzen Differentialdiagnose à la House einstimmig auf Hitze = verminderte Nahrungsaufnahme gekommen. Dass das Wasser scheiße schmeckt und mein Baby zum Hungern und Dursten veranlasst, darauf bin ich Rabenmutter dann auch erst am Tag nach Nacht X gekommen. Zum Glück gab es im Supermarkt abgefülltes Säuglingswasser.
Das Bad ist echt der Oberhammer! Das Klo wird mittels einer Spülung betätigt, die unter der Decke hängt. Der ein oder andere kennt das noch: an einer Kette baumelt ein Griff, an dem man zieht, um zu spülen. Die Spülung macht einen so heftigen Krach, dass sogar derjenige, der das Liliputaner-Trimm-Dich-Zimmer bewohnt, welches am weitesten entfernt ist vom Bad, aus dem Bett fällt. Die Dusche hat dieselbe Brause wie fast alle Ferienhäuser. Es handelt sich um die fast komplett verkalkte Version eines 2,50 € Duschkopfes, der in alle Richtungen spritzt, nur nicht auf einen drauf. Dafür hat man mir nix dir nix das ganze Bad geflutet. Schön an dem Bad ist, dass es genug Ablageflächen gibt (zum Beispiel für die Bewohner des schubladenfreien Zimmers) und sich hier eine moderne Waschmaschine befindet. Das Bad soll in diesem Winter renoviert werden.
Über draussen gibt es das meiste zu berichten. Kommt man aus der Küche, steht man direkt auf der hinteren Terrasse, die mit einem großen Tisch ausgestattet ist. Es steht ein handelsüblicher Grill zur Verfügung, den man ob der furztrockenen Vegetation aber nur mit größter Vorsicht in Betrieb nehmen sollte.
Der Pool befindet sich ein paar Schritte entfernt auf einer Art Podest. Ein kleiner Roboter sorgt täglich dafür, dass der Poolboden gereinigt wird. Ab und zu schaut eine freundliche Dame vorbei, die Wasser auffüllt und auf dem Wasser schwimmendes Zeug abfischt. Die Temperatur des Wassers war trotz hoher Lufttemperatur überwindungsbedürftig. Vor dem Haus befindet sich eine weitere Terrasse mit Tisch und Stühlen.
Als Nebenbewohner gibt es dort in abgegrenzten Gehegen einen Esel und einige Schafe die lustigerweise Glocken um den Hals haben und einem damit vor allem nachts mitteilen können, wo sie sich gerade aufhalten. Desweiteren gibt es noch vier ziemlich magere Katzen, die zurückhaltend ihr Bleiberecht genießen und nicht ein einziges Mal versucht haben, in das Haus zu gelangen. Ab und an kommt die Oma des Hauses vorbei und versorgt den Garten und die Tiere. Das fand ich am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, stört aber wirklich nicht. Vielmehr gestört haben uns die vielen Fliegen, die uns draussen gepiesackt haben.
Der Garten ist besonders erwähnenswert, schwärmte doch mein Vater ganze sieben Tage lang, hier könne er sich das ganze Jahr über selbst versorgen.
Als allererstes fallen einem die Feigenbäume ins Auge, die im September voller reifer Früchte sind. Lecker! Mit etwas geübten Augen kann man noch den einen oder anderen Mandelbaum ausmachen. Auch hier waren noch einige Früchte zu ernten.
An einem Schuppen rankte sich Wein empor, der uns ebenfalls frisches Obst lieferte. Und mein Vater wäre nicht mein Vater, wenn er die ganzen anderen Köstlichkeiten wie Pflaumen, Granatäpfel, Orangen (oder eine ähnliche Zitrusfrucht) Pepperoni, Johannisbrot, Zwiebeln, Knoblauch und Petersilie übersehen hätte.
Alles in allem kann man sagen, dass dieses Haus für alle geeignet ist, die keinen Luxus erwarten und vor allem ihre Ruhe haben wollen. Alle, die auf All-inclusive-Betten-Burgen-mit-Halli-Galli stehen wird diese Hütte zu langweilig sein. Ach ja, nicht ganz unwichtig: Das Haus steht in der Inselmitte. Wer schnell zum Strand möchte, muss entweder Gas geben oder sich doch besser etwas in Strandnähe suchen.
Edit: Das Haus ist toll! Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Es ist schön groß und hat einen Traumgarten, steht in einer typisch mallorquinisch ländlichen Gegend und es hat einen schönen von uns rege genutzten Pool. Ausserdem stehe ich auf alte Möbel. Also ich würde es wieder mieten














Schön sieht das aus. und die Aufzählung dessen, was alles im Garten gewachsen ist, läßt mir gerade das Wasser im Munde zusammenlaufen.
Ähm... also war es alles in allem nicht nach Eurem Geschmack?
Sorry fürs Klugscheißen, aber spanisches Leitungswasser ist - meines Wissens nach - grundsätzlich kein Trinkwasser (ist ja meistens auch sehr gelblich in der Farbe, sehr muffig im Geruch und unverkennbar mit Chlor versetzt). Deshalb verkaufen die auch überall diese riesigen 5-Liter-Eimer Trinkwasser. Und auch in anderen südlichen Ländern ist es meist kein Trinkwasser (ja noch nicht mal die Eiswürfel). Für die Zukunft wisst ihr ja dann Bescheid
Aber allzu begeistert liest sich der Bericht wirklich nicht. Tröstet es Euch, wenn ich Euch sage, dass wir noch viel schlimmer untergebracht waren?
LG
Alex
Na ja, so stimmt es auch nicht. Je nach Gegend ist Leitungswasser nicht nur trinkbar, sonder das Hauptgetränk. Ich komme aus dem Norden und habe mein ganzes Lebenlang nicht anderes als Leitungswasser getrunken
Es kann natürlich sein, dass es im Süden anders ist, aber es gibt auch genug Städte, wo man das Wasser ohne Bedenlen trinken kann.
Also... wir haben in Spanien (Mitte/Küste) auch immer Leitungswasser getrunken (hauptsächlich aber Wein
) - und es schmeckte tadellos... Bestimmt wirklich gebietsabhängig.
Nächstes Mal mische ich den Brei einfach mit Wein an
. Ich habe meinen Tee und Kaffee dann auch mit Wasser aus der Flasche gemacht. War schon leckerer. Wir Großen haben natürlich auch lieber in die Weinbuddel gelinst 
Soweit ich weiß, bezieht sich das Trinkverbot aus Leitungswasser nur auf die INSELN (Balearen, Kanaren usw.). Woher sollten die denn auch "rechtes" Leitungswasser herbekommen, die holen sichs ausm Meer und bereiten das auf. Drum riecht das auch noch Chlor. So wurde es uns zumindest auf unserem Fuerteventura-Urlaub erklärt...
Also noch mal zum Trinkwasser:
Wir waren in Denia (zwischen Valencia und Alicante, also Festland). Hier war das Wasser definitiv mit Chlor versetzt und ganz gelblich. Nicht trinkbar! Meine Mutter lebte ja auch hier und erzählte mir das. Als ich selbst Kind war, waren wir immer in Tarragona (Festland). Auch hier war Leitungswasser kein Trinkwasser. Ich weiß von den Nachbarn, die in den letzten 14 Tagen auf Mallorca waren, dass es kein Trinkwasser war. Auch eine Bekannte war die letzten 14 Tage in Llorett de Mar (Festland) - und wir unterhielten uns erst gestern darüber, dass es kein Trinkwasser war.
Wie auch immer, ich würde in südlichen Ländern meinem Kleinkind/Baby immer frisches Trinkwasser kaufen. Es wird doch nicht umsonst auch vor den Eiswürfeln gewarnt...
Aber wie gesagt, ich wollte ja auch nur Klugscheißen und hier keine Diskussion eröffnen *smile*
Du hast absolut recht Alexandra! Die Brühe sah auch gelblich aus und die Kalkbrocken darin... Ohne Worte. Ich frage mich inzwischen auch, wie dämlich ich eigentlich sein konnte, Finnley dieses Zeug zu geben??? Zum Glück funktioniert sein Selbstschutzmechanismus ganz gut und er hat es einfach verweigert. Nächstes Mal weiß ich es besser *winkzuFrauSchwanerwegenNÄCHSTESMALrüber* !
Yvonne, Vorwürfe brauchst Du dir aber auch keine machen! Nur weil das Zeug kein Trinkwasser ist, ist es noch lange nicht giftig. Und Finnley hat es nicht geschmeckt, was willst Du mehr? Für die Zukunft, genau
Halt, alles zurück auf Start! Habe den Beitrag editiert. Das Haus war toll (aber ehrlich gesagt will das doch keiner lesen, oder? Aus unterhaltungstechnischen Gründen habe ich den Bericht ein bisschen lustiger schreiben wollen. Das ist dann ja wohl in die Hose gegangen
).
So hatte ich das auch verstanden. Erst als ich Suses Kommentar lies, habe ich bemerkt, dass man es auch ganz anders interpretieren kann
Sieht eigentlich super aus
Die Sache mit dem Wasser kann ich nachvollziehen, war es doch bei uns auf Kreta ähnlich. Das wollte ich nicht mal zum Zähneputzen nehmen
Und sonst? Wiederholung gefällig? 
Also mir macht Dein Bericht seeeehr viel Lust, dort mal Urlaub zu machen! *seufz*.
[Komme leider auch erst jetzt dazu, zu lesen].
Offtopic: hast Du meine Mail bekommen?
Bekommen und gerade beantwortet
da werd ich auch noch ma meinen senf dazu geben: also es haengt wirkich von der lage ab, wo du leitungswasser trinken kannst. hier in valencia ist es absolut unmoeglich das wasser zu trinken, ich bereite auch lena nur alles mit wasser aus der flasche zu.
wohingegen im norden, richtung leon ist das wasser absolut trinkbar, wo wir auch lena im sommer alles damit zubereitet haben.
anonsten hoffe ich es hat euch trotzdem gefallen, trotz riesenlauter klospuelung (wir hoeren die von unserem nachbarn!!!!)
))