Donnerstag, 01.11.2007, 11:06
Finnley ist 1 Jahr, 1 Woche alt
3 Jahre, 10 Monate bis zu Jaspers Geburt
Das kleine Helloween-Monster ;-)
Der gestrige Tag wurde Helloween absolut gerecht. Der reinste Horror! Finnley weinte und nölte sich konsequent durch den Tag. Selbst mal eben die Toilette aufsuchen wurde missbilligend benölt. Ich hatte mir so ein paar Kleinigkeiten vorgenommen, wie zum Beispiel Finnleys Laterne fertig zu basteln und einen fitzeligen Gutschein zu machen, vielleicht noch ein wenig das Haus aufräumen und mich um die Wäsche kümmern, so nebenbei, dachte ich. Nix da! Ich brauchte nur mein Laptop aufzuklappen, schon war Alarm. Hier war hundertprozentige Aufmerksamkeit gefordert und kein bisschen weniger!
Ich zählte die Stunden bis zum Feierabend Kind-ins-Bett-bringen. Ab 18 Uhr wurde Finnleys Geschrei dann von der Haustürklingel und „Süßes oder Saures” sowie „Wir sind die kleinen Geister und kleben wie Kleister (oder so ähnlich)” untermalt. Als ich versuchte den Abendbrei in das Kinderschnäbelchen zu befördern, war nach dreimal Klingeln Schluss und der kleine Kaiser schmierte das Essen großflächig durch die Gegend. Meine Geduld näherte sich der Endstation. Also geht es heute zeitig ins Bett dachte ich mir so. Auf jeden Fall war Finnley sehr müde und so verdunkelte ich das ganze Haus und zog mich mit ihm ins Schlafzimmer zum Stillen zurück. Immer wieder nickte er dabei ein, aber sowie die Milchbar entfernt wurde, war das Geschrei wieder groß. So, nu ist aber Schluss! Ich bin am E.N.D.E! Kind ins Kinderbett verfrachtet, raus aus dem Schlafzimmer, Tür zu. Ich beschloss mein Kind einfach schreien zu lassen.
Ich nahm mit eine Gallone ein Glas Rotwein, mein Laptop und setzte mich aufs Sofa (immer noch im Dunkeln). Von oben schrie es. Nach 3 Minuten dachte ich mir so, dass ich auch den Rotwein im Schlafzimmer trinken könnte und dank mobilem Rechner auch dort surfen könnte... Nach 30 Sekunden im Schlafzimmer hatte ich mein Kind im Arm und flüsterte ihm Beschwörungsformeln ins Ohr. Augenblicklich war Ruhe. Ich aber war trotzdem am Ende und beschloß heute Abend nicht mehr zu stillen. Ich griff zu den äußersten Mitteln, dem Fernseher für Finnley und dem Rotwein für mich!
Finnley liegt gemütlich im Laufstall und linst zum Fernseher. Er guckt, wie ein Haufen ausrangierter Promis auf einem überdimensionierten Spielbrett rumstolpert. Kindgerechte Unterhaltung, beruhige ich mich in meinem pädagogischen Desaster; endlich kommt Michael nach Hause. Als Finley eingeschlafen ist, bringt er ihn hoch in sein Bett und ich genieße die Ruhe, bin aber immer noch am E.N.D.E. Einzig mein tolles Wichtelpaket kann mich erfreuen. Nach einiger Zeit weint es wieder von oben. Stillen geht gar nicht! Also muss eben Brei in das Kind. Kaum den Oberkörper halten könnend sitzt der kleine Kaiser schunkelnd im Hochstuhl, die Augen kreisen unkontrolliert im Kreis, aber der Schnabel geht regelmäßig auf. Schlucken funktioniert auch, prima! Als der Schnabel zubleibt, legt er noch einen kleinen Zwischenstopp vor dem Fernseher im Laufstall ein, um wieder einzuschlafen. Ich bringe ihn wieder in sein Bett und bin froh, dass das mit dem Brei geklappt hat.
Kurz vor Mitternacht gehen wir auch schlafen. Ich muss noch das Ende des Fortsetzungsdramas des Untertakers lesen und halte mich bis zwölf wach. Der Schlingel veröffentlich aber nur einen weiteren Teil und noch nicht das Ende. Egal, ich kann nicht mehr und um kurz nach zwölf schlafe ich tief und fest. Ziemlich ungewöhnlich für mich, schlafe ich meist erst so gegen zwei ein...
Um fünf vernehme ich ein leises Kröteln neben mir. Uiii, FÜNF Stunden am Stück geschlafen. LUXUS! Dafür darf ich Finnley dann 40 Minuten stillen, aber das ist in Ordnung. Danach schlafen wir wieder ein und um halb neun höre ich ein ausgeglichenes, fröhliches Kind in seiner Spielzeugkiste im Bettchen kramen. Der alte Finnley ist zurück
Ab heute werden wir es mal etwas ruhiger angehen als bisher. Ich glaube, das war alles etwas zu viel für den kleinen Kaiser...









Er verhält sich eben dem Anlass entsprechend