Samstag, 10.11.2007, 19:21
Finnley ist 1 Jahr, 2 Wochen alt
3 Jahre, 10 Monate bis zu Jaspers Geburt
gestern...
...war eigentlich ein guter Tag! Wenn man einmal davon absieht, dass er nach einer gruseligen Nacht bereits um 6 Uhr in der Früh' angefangen hatte. Bis zur Ergo-Gruppe hatte ich noch viel zu Hause geschafft und Finnley hat dort trotz wenig Schlafs toll mitgemacht. Als wir ihn animieren wollten durch einen Kriechtunnel zu kriechen robben, hat er kurzerhand den Weg aussen rum genommen. Und als keiner hingesehen hat, ist er flugs im Tunnel verschwunden, der kleine Schelm
Im Anschluss musste ich noch zwingend in ein bekanntes Möbelhaus, denn mein Projekt für diese Woche heißt „Dachboden klarmachen”. Finnley hat auch den Besuch beim Schweden bis kurz vor den Kassen munter mitgemacht, dann fielen ihm die Äugelein zu. Wir sind ohne Umwege nach Hause gedüst, wo ich ihn noch in seiner Jacke umgehend in sein Bett verfrachtet habe. Und, was habe ich gemacht? Jo, ich habe mich auch endlich mal wieder abgelegt. Ganze zwei Stunden haben wir vor uns hin gegämelt. Herrlich! Und auch der Rest des Tages verlief happy und harmonisch. Das Drama nahm eigentlich erst seinen Lauf als ich beschloss Finnley ohne Fernsehen pädagogisch wertvoll ins Bett zu bringen...
Normalerweise wird Monsieur in den Schlaf gestillt. Das ist soweit noch ok, auch wenn ich bis Jahresende abgestillt haben muss. Ist ja noch etwas Zeit. Jedenfalls stille ich da so lustig vor mich hin und Finnley hat nach einiger Zeit nichts besseres zu tun, als sich umzudrehen und zu der Fernbedienung, die im Bett lag zu robben. Hallo? Geht es noch ein wenig geringschätzender vielleicht? Okay, er meint es ja nicht so, aber trotzdem, menno! An Schlafen war nicht zu denken, der kleine Kaiser war wach! Also ließen wir ihn noch etwas in Ruhe in seinem Zimmer spielen.
Nach einer halben Stunde bin ich dann hoch, habe das Licht gedimmt und ihn versucht zur Ruhe zu bringen. Er fing an zu weinen. Ich schaukelte ihn, sang etwas vor, schuckelte, streichelte, drückte ihn, trug ihn auf dem Arm, stillte und war felsenfest davon überzeugt, ihn zum Schlafen zu bringen. Michael kochte derweil das Essen und wir aßen sogar bei Finnley im Kinderzimmer, weil ich ihn unbedingt erst zum Schlafen bringen, wir aber nicht kalt essen wollten. Ich war die Ruhe selbst, hatte aber nach einer Stunde Sorge, dass Finnley Schmerzen haben könnte, denn er kaute die ganze Zeit auf seiner Hand rum.
Nach kurzer Überlegung Viburcol oder Paracetamol entschied ich mich für letzteres, da ich eher von Schmerzen ausging als von reiner Unruhe. Die Wirkung setzt erfahrungsgemäß allerspätestens eine halbe Stunde später ein und ich blieb weiterhin die Ruhe selbst. Nach der erwarteten halben Stunde mit dem gesamten Beruhigungsrepertoir (siehe oben) war ich am Ende. Von sechs Uhr morgens bis zehn Uhr abends ist echt zu lange! „Ich will endlich Feierabend” schrie mir eine Stimme im Kopf entgegen. Als Michael gerade mal wieder schaute ob er etwas für mich und/oder Finnley tun könne, drückte ich ihm ein herzerweichend schreiendes Bündel in dem Arm und sagte nur 2 Buchstaben: TV!
Völlig entnervt schrieb ich einen der kürzesten Blogeinträge der Geschichte und setzte mich neben die beiden Fernsehgucker auf's Sofa. Insgesamt waren keine zehn Minuten vergangen und Finnley schlief tief und fest. Ich kannte bis dahin leider noch nicht den Begriff „good-enough Mutter” und fühlte mich scheiße, inkompetent, zu doof das eigene Kind ins Bett zu bringen, schlechte Mutter und überhaupt! Finnley schlief also um 22:15 Uhr auf dem Sofa vor laufender Glotze ein das Programm war aber auch mies. Michael brachte ihn in sein Bett und er schlief weiter. Um 3 Uhr wurde ich wach und guckte mal nach dem Rechten. Er schlief! Um 8 Uhr wachte ich wieder auf. Er schlief immer noch (zumindest bis ich von der Toilette zurück kam). DAS nenn ich ausgleichende Gerechtigkeit. Da haben dann auch mal alle was von gehabt!
PS.: Vielen Dank für Eure Aufmunterung Mädels!









Aaah, jetzt weiß ich Bescheid
Schmunzel... vielleicht wollte er einfach ein bißchen fernsehen... mehr nicht...