Mittwoch, 16.01.2008, 14:34
Finnley ist 1 Jahr, 2 Monate alt
3 Jahre, 8 Monate bis zu Jaspers Geburt
Die erste Nacht nach der OP
Sie begann um 20:30 Uhr damit, dass ich Finnley eine halbe Stunde im Kinderwagen über den Flur schob. Er hatte heute früh die Operation hinter sich gebracht, wenig gegessen und befand sich in einer fremden Umgebung. Alles ganz wunderbare Voraussetzungen für einen langen, erholsamen Nachtschlaf *Ironiemodusaus*! Um 21 Uhr schlief er tatsächlich und lag in seinem Bettchen, ich atmete auf! Schließlich hatte ich in der Nacht zuvor gerade mal 1 Stunde geschlafen und der Mittagsschlaf fiel auch nicht länger aus. Um genau FÜNF Minuten nach neun war Finnley wieder wach und stimmte ein alles-total-doof-hier-ich-will-nach-Hause-oder-wieder-in-den-Bauch-Hauptsache-weg-hier-Gebrüll an. Unglaublich aber wahr, in den fünf Minuten lag ich schon mit Licht aus im Bett! Besser als nix, oder?
Ich versuchte alles, um ihn wieder zu beruhigen und zum Schlafen zu bewegen, hatte aber keinen Erfolg. So langsam schwanden auch meine Kräfte. Irgendwann legte ich ihn einfach in sein Bettchen und hoffte, dass er von allein einschlief. Was er gegen 23 Uhr auch endlich tat. Schönen Gruß an die Nachbarzimmer an dieser Stelle! Um 1 Uhr wälzte sich Finnley schon wieder hin und her. Ich verharrte bewegungslos in meinem Bett, jetzt bloß keinen Anlass zum Weinen geben. Das hielt unter Gewälze eine Stunde, dann gingen die Sirenen wieder los, buaaaaaaaaaah! Auch hier noch mal ein Gruß nach links und rechts... Ich zog alle Register: Spielen, Essen, Trinken, mit dem Kinderwagen auf dem Flur langschuckeln (das ging ohne Gebrüll). Die Nachtschwester besuchte uns ab und zu, hatte aber kein Erbarmen. Zur Beruhigung gibt's nix! Zwischendurch legte ich den kleinen Kaiser wieder hin. Er drehte sich zur Seite, 20 Sekunden Ruhe, drehte sich wieder um und schrie, drehte sich wieder zurück, kurz Ruhe und wieder zurück, Alarm. So ging das ungefähr eine Dreiviertelstunde. In den sekundösen Ruhepausen versuchte ich durchzuatmen und zu schlafen. Das mit dem Schlafen war natürlich nicht gerade von Erfolg gekrönt, aber man hangelt sich ja von Strohhalm zu Strohhalm. Schönen Gruß nochmal... Als es gar nicht mehr ging, sind wir wieder auf dem Flur spazieren gegangen, ich löste mich nun langsam in Tränen auf und versuchte meine Wut ganz voodoomäßig auf die Nachtschwester zu richten. Die konnte zwar nix dafür, aber irgendwer musste jetzt dran glauben.
Es muss so gegen halb fünf gewesen sein, als ich Finnley ein Viburcol-Zäpfchen gab und ihn mit geschlossenen Augen über den Flur schob. Den Mini-Parcours konnte ich inzwischen auswendig und so bekam ich wenigstens etwas Sekundenschlaf. Um fünf war er endlich wieder eingeschalfen. Hielt bis sieben, aber da war sowieso Wecken angesagt. Eins stand jedenfalls fest: Ich würde keine Blogtexte schreiben, keine Seite lesen oder sonst irgendetwas anderes machen als schlafen während Finnley schläft! So fertig war ich schon lange nicht mehr...









Ich finde das sehr bemerkenswert, wie ihr das alles schafft. Das der kleine Mann bei der ganzen Sache in Schlafchaos ausbricht ist ja eigentlich nicht verwunderlich, aber wenn das die einzige Komplikation bleibt, ist das doch auch was. Wir drücken weiter die Daumen!
Jetzt so mantramäßig sagen "Du packst das schon" ist auch doof...
Oh je. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen eine Mütze Schlaf und einen schlafenden Finnley heute Nacht!!!
Wir wünschen Dir und dem kleinen Held die Kraft,die ihr braucht, um das alles durchzustehen. Wir sind in Gedanken bei Euch, und freuen uns schon, wenn Ihr wieder zuhause seid.