Mittwoch, 16.01.2008, 20:05
Finnley ist 1 Jahr, 2 Monate alt
3 Jahre, 8 Monate bis zu Jaspers Geburt
OGO +1
= Operation Großer Onkel + 1 Tag
Der Tag fing eigentlich viel zu früh an, aber immerhin pünktlich zur Visite. Dort besprachen wir, dass ich Finnley anstelle des Schmerzmittels in Saftform lieber ein Zäpfchen gebe. Bei dem dämlichen Saft hat er sich immer so verschluckt, dass er ganz hysterisch weinen musste. Ausserdem weiß ich aus verlässlicher Quelle, dass er zudem noch ziemlich scheiße schmecken soll. Und das Zäpfchen hält doppelt so lange vor wie der Saft. Also, was will man noch mehr?
Nachdem ich nach der Visite geduscht habe und leider nicht mehr die Kraft besaß, mir etwas Farbe ins Gesicht zu klatschen, sah ich aus wie ein Darsteller aus „Die Na.cht der rei.tenden Lei.chen”. Ehrlich gesagt bin ich froh, dass mich hier keiner versucht hat pauschal mal zu reanimieren! Finnley wurde morgens endlich die Braunüle entfernt und nachdem ich versucht habe ihm etwas Brei einzuflößen, sind wir in die Cafeteria gegangen damit ich frühstücken kann, denn die Begleiteltern werden hier nicht mit verpflegt. Zurück im Zimmer haben wir erstmal schön gespielt, dann gab es einen halben Obstbrei für Finnley, eine frische Windel und Schlaf! Viel Schlaf! Um genau zu sein DREI Stunden Mittagsschlaf, von denen ich mal eben zweieinhalb mitgepennt habe. Kurze Zeit später kam Michael und hatte vernünftiges Essen dabei. Am allervernünftigsten fand ich die 2 Stück Apfelkuchen, beide für mich!
Wir machten einen langen Spaziergang, guckten endlich Polly zu Ende und hatten einen rundum schönen Nachmittag. Für mich war es klasse mal ein paar Minuten nicht auf Finnley aufpassen zu müssen. Bisher hatte ich irgendwie keine zwei Minuten für mich und war auch noch völlig gerockt vom Schlafentzug. Finnley war für OGO +1 schon ziemlich gut drauf. Er schont seinen Fuß überhaupt nicht und findet es total klasse mit dem Gips überall gegen zu klongen. Am liebsten natürlich gegen das Metallbett, das scheppert so schön... Auf jeden Fall spricht das dafür, dass er keine Schmerzen hat.
Gegen 20 Uhr legte Finnley ein Nickerchen ein, Michael war bereits auf dem Weg nach Hause. Eine Stunde später war Monsieur wieder wach und blieb das dann auch bis ich ihn um halb zwölf regelrecht in den Schlaf laberte. Ich erzählte ihm die Geschichte vom blauen Brummi. Da der Text in dem Buch nicht nur extrem kurz, sondern auch noch in kalauerähnlicher Manier gereimt ist, erfand ich kurzerhand die viel längere Geschichte von dem Brummifahrer, der seine Frau alle Nase lang betrügt, einen Haufen uneheliche Kinder in die Welt gesetzt hat, arbeitslos ist und nun die Straße den ganzen Tag rauf und runter fährt, rauf und runter, rauf und runter. Beim fünfundzwanzigsten rauf und runter fielen Finnleys Glotzkörkelein zu und ich sah etwas, das ich schon lange sehr vermisste. Mein Kind lächelte mehrmals während es tief einschlief. Ich wusste, dies würde eine Durchschlafnacht und sollte recht behalten. Um 6:30 Uhr war sie ohne Zwischenfälle zu Ende und ich hatte satte 6 Stunden geschlafen.
Michael hatte mir übrigens noch mein MacBook und mein Handy soweit eingerichtet, dass ich ins Internet komme. So konnte ich die ganzen Kommentare von Euch richtig lesen (also nicht übers Handy) und bin unglaublich gerührt. So viele von Euch, die mitgefiebert, mitgefühlt, mitgeweint und mitdaumengedrückt haben. Wenn Finnley das eines Tages liest und begreift, wird er mindestens genauso begeistert sein wie Michael und ich. Vielen Dank, Ihr seid toll!










Juhu, alles überstanden!!!
Aber es ist ja nun schon eine kleine Frechheit, dass die Eltern nicht mitverpflegt werden, also wirklich...!!
Allerdings, wenn man sich mal das Essen im Krankenhaus anguckt, kann man vielleicht sogar GOTT SEI DANK sagen.
Aber ein Brötchen morgens zum In-Schwung-Kommen dürfte es schon sein.
Das finde ich auch nicht ok, dass die Eltern nicht mitverpflegt werden. Zugegeben, bei uns war es auch so, dass ich in der Cafeteria holen musste, aber ich musste wenigstens nichts zahlen...
Die Geschichte mit dem Brummifahrer ist klasse ;D Die solltest du aufschreiben und vermarkten, ist schließlich erprobt, dass sie Kinder zum einschlafen bringt *lol*
Toll, dass es dem kleinen Kaiser soweit gut geht. Toi, toi, toi für die kommenden Nächte und dein Schlafbegehren, ich drück´ die Daumen! Wann erfahrt ihr denn, wann ihr nachhause dürft? Dass du nicht mit verpflegt wirst, finde ich auch mehr als schlecht. Als ich die eine Nacht mit Paul dort war (wir sollten ja länger bleiben) musste ich diese Patienten-Essens-Karten ausfüllen und konnte so wählen, was ich wieviel wovon haben wollte.
Gestern fragte ich mich schon, ob wohl alles okay ist bei euch und heute schon die vielen 'Lebenszeichen'. Es ist schön, dass du Yvonne mal wieder zu Schlaf gekommen bist und noch viel schöner, dass es eurem kleinen Kaiser gut geht!
Ich wollte mich herzlich für deine Glückwünsche in meinem Blog bedanken und dann auch noch ganz viel Genesung zu euch schicken. Und sei froh, dass du die KH-Küche nicht ertragen musst, das ist übel, das Zeug:-)